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Ein Hund trägt einen Snacksack

Apportieren – Übungen zum Stärken der Hund-Mensch-Beziehung

Das Apportieren ist nur vermeintlich eine einfache Aufgabe. Viele Hunde gehen sehr engagiert an das Hinterherhetzen nach einem geworfenen Gegenstand heran, doch sie folgen damit ihrem natürlichen Beuteinstinkt und möchten anschließen um die Beute mit seinem Menschen rangeln. Dieses Verhalten ist weit von einem richtigen Apportieren entfernt und untergräbt zuweilen deine Rolle als Ranghöchster im „Rudel“. Lies hier, wie du deinem Hund das richtige Apportieren beibringst, so dass es zu einer artgerechten Übung mit vielen Vorteilen wird!

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Was heißt richtig Apportieren und was sind die Übungsziele?

Den meisten (aber nicht allen) Hunden fällt das Nachsetzen hinter einem Gegenstand einfach, weil es ein Teil ihres Jagdinstinktes ist: Der Hund versucht die flüchtende Beute zu erwischen, zu packen und zu töten. Doch diesem Verhaltensmuster fehlt in der Regel der richtige Abschluss, um als Apportieren durchzugehen: das Bringen der Beute zu Frauchen oder Herrchen. Weder das wilde hinter dem Stöckchen Herlaufen mit anschließender „Massakrierung“ des Gegenstandes, noch seine Animierung dazu, dass du ihm im Zerr- und Fangspiel den Gegenstand entwendest, sind richtige Apportierübungen!

 

Das richtig geübte Apportieren ist eine konzentrierte, für den Hund artgerechte und ernste Aufgabenbewältigung, die viele Vorteile hat.

Vorteile des Apportieren:

  • Es vertieft die Mensch-Hund-Bindung.
  • Es stärkt deine Position als „Rudelführer“.
  • Es fördert und fordert den Hund auf artgerechte Art.
  • Es übt spielerisch Gehorsam und Impulskontrolle.

Schritt für Schritt zum Erfolg beim Apportieren

Beginn damit, den geeigneten Gegenstand zum Apportieren auszuwählen. Ein Stöckchen ist aus vielerlei Gründen nicht die beste Wahl: Es motiviert nicht genug, stellt eine nicht zu unterschätzende Verletzungsquelle da und animiert zum Zerkauen. Benutze nie das normale Spielzeug deines Hundes!

 

Ein sehr guter Apportel (Apportiergegenstand), insbesondere für apportierunwillige Hunde, ist ein Futter-Dummy mit einer Handschlaufe daran. Du kannst auch andere robuste Apportels verwenden, wie beispielsweise ein Apportierholz, vor allem wenn dein Hund schon ein begeisterter „Beutejäger“ ist. Mit neuen Apportels lernt dein Hund den Unterschied zwischen ernst zu nehmender Übung und reinem Spiel, bei dem er auch die „Führungsrolle“ übernehmen darf. Des Weiteren brauchst du eine lange Schleppleine und Leckerli, die dem Hund schmecken, ihn aber nicht dick machen.

Ziele des Trainings sind:

  • Aufnahme des Apportiergegenstandes nach Kommando
  • Zurückbringen des Gegenstandes
  • Ablegen bzw. Abgeben des Apportiergegenstandes an den Menschen

Schritt 1: den Gegenstand aufnehmen

Zweck der ersten Übung ist es, dem Hund begreiflich zu machen, dass er den Gegenstand nur nach Kommando aufnehmen darf.

 

Beginn damit, den Dummy für deinen Hund interessant zu machen. Fülle den Futter-Dummy mit Leckerli und lass deinen Hund dabei zusehen und als Vorgeschmack ihm ein Leckerli daraus geben. Oder spiel mit dem Apportel, ohne dass der Hund mitmachen darf. Erst wenn du dir seiner Aufmerksamkeit für das Apportel sicher bist, leinst du ihn an die Schleppleine an und wirfst den Dummy in ein paar Metern Entfernung. Aber nur soweit, dass die Schleppleine problemlos bis zum Gegenstand reicht und dabei nicht steif läuft. Übe am besten im Wohnzimmer oder im Garten, so hat der Hund wenig Ablenkung.

 

Erlaube nicht, dass der Hund sofort lossprintet, sondern lass ihn erst absitzen. Gib nun das Kommando „Bring!“ und lass ihn das Apportel holen.

Schritt 2: Den Gegenstand bringen

Für viele Hunde und Hundehalter beginnt nun der schwierigste Teil des Trainings, denn nicht jeder Hund möchte die Beute bringen oder sie einfach abgeben. Sobald der Hund den Dummy aufgenommen hat, lobe ihn überschwänglich für diese Leistung. Lock ihn nun zu dir, notfalls lotst du ihn behutsam mit der Leine in deine Richtung. Hat der Hund den Dummy bis zu dir gebracht, dann lobe ihn erst einmal für das Bringen und Halten des Dummys. Du musst ihm die Beute nicht sofort wegnehmen.

 

Benutze das Kommando „Gib!“ oder „Aus!“ und streck die Hand nach dem Dummy aus. Lässt der Hund das Apportel los, wird er sofort mit einem Leckerli belohnt. Einem Futter-Dummy entnimmst du ein Leckerli. Noch motivierender ist es, wenn er sich selbst ein Leckerli aus der Beute herauslecken darf. Sollte er das nächste Mal mit dem Futter-Dummy Reißaus nehmen, weil er meint, die Leckerlis selbst herausholen zu können, so ist das kein Beinbruch, sondern unterstützt sogar die Lernphase. Denn so begreift der Hund, dass er nur an das Futter im Dummy herankommt, wenn er ihn zurückbringt. Lass dich nicht frustrieren, wenn der Ablauf nicht sofort funktioniert. Geduld und konsequente Übung machen auch aus deinem unwilligen oder stürmischen Hund einen Apportiermeister.

 

Ergänzungsaufgabe: Verstecke den Futter-Dummy im Wald. Lass deinen Hund absitzen und dir zuschauen. Gegebenenfalls leinst du deinen Hund am Baum an. Leg den Futter-Dummy im Wald ab, kehre zum Hund zurück und lass ihn danach suchen, indem du das Kommando „Such!“ oder „Bring!“ gibst. Du kannst deinen Hund dabei begleiten und am Anfang auch Hilfestellungen geben. Lobe ihn, wenn er den Dummy gefunden hat und lock ihn zu dir, um den Beutel übergeben zu bekommen. Füttere deinen Hund direkt aus dem Dummy.

Das solltest du über das Apportieren wissen

Vier Apportier-Regeln: Denk unbedingt daran!

  • Das Apportel ist kein gewöhnliches Spielobjekt, sondern Übungsgegenstand. Er wird sofort weggepackt, sobald das Apportiertrainig beendet ist.
  • Du beginnst und beendest das Apportieren. Lass deinen Hund niemals so lange Apportieren, bis er keine Lust mehr hat, sondern hör rechtzeitig auf – nämlich dann, „wenn‘s am schönsten ist“.
  • Ein apportierunwilliger Hund sollte hungrig mit dem Futter-Dummy trainiert werden.
  • Zwing deinen Hund niemals mit Gewalt oder Drohungen zum Apportieren! Es gibt Hunde, die das Apportieren nie mögen werden. Für sie gibt es viele andere sinnvolle und artgerechte Aufgaben.

Schau dich auf den Ratgeberseiten von Fressnapf zum Thema „Hundeerziehung” um.

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